Was passiert, wenn zehn Teams jeweils nur zwei Minuten Zeit haben, um eine Geschäftsidee vorzustellen? Beim Battle of Ideas 2026 in Aachen entstanden daraus spannende Pitches, konzentrierte Aufmerksamkeit und zahlreiche Gespräche über die nächsten Schritte.
Mehr als 160 Gäste kamen in die Digital Church Aachen, um das Finale der AC²-Disziplin Ideenskizze zu erleben. Die Veranstaltung bot den teilnehmenden Gründer:innen eine besondere Herausforderung: keine Präsentationsfolien, keine aufwendige Technik und kein Sicherheitsnetz – lediglich ein Mikrofon, eine Idee und zwei Minuten Zeit.
Zwei Minuten für die eigene Geschäftsidee
Das ungewöhnliche Format macht den besonderen Charakter des Battle of Ideas aus. Statt perfekt ausgearbeiteter Präsentationen standen die Menschen hinter den Ideen im Mittelpunkt.
Die Teams präsentierten ihre Motivation, ihre Geschäftsmodelle und ihre Visionen direkt und persönlich. Für das Publikum wurde dadurch sichtbar, wie viel Mut, Energie und unternehmerischer Wille in den einzelnen Vorhaben steckt.
Neben dem besten Pitch wurde auch der überzeugendste Messestand ausgezeichnet. Beim Voting für die Messestände lagen zwei Teams gleichauf. Deshalb gab es 2026 erstmals zwei Publikumspreise in dieser Kategorie.
Die Publikumspreise 2026
Best Pitch Award: Lottina
Den Preis für den besten Pitch erhielt Lottina, präsentiert von Anne Sophie und Jan Haveneth.
Lottina bündelt Freizeitangebote für Familien auf einer digitalen Plattform. Nutzer:innen können passende Aktivitäten suchen, filtern und direkt buchen. Gleichzeitig erhalten Anbieter eine zentrale Möglichkeit, ihre Angebote sichtbar zu machen.
Das Konzept überzeugte das Publikum und wurde mit dem Best Pitch Award ausgezeichnet.
Beste Messestände: Calilu und Arcane Gossip
Der Publikumspreis für den besten Messestand ging gleich an zwei Teams:
- Calilu, vertreten durch Dr. Svenja Wein,
- Arcane Gossip, vertreten durch Sophia Schüller und Frederik Erkelenz.
Der Gleichstand beim Voting führte dazu, dass beide Teams ausgezeichnet wurden.
Diese zehn Teams präsentierten ihre Ideen
Inco 2.0: Unternehmensnachfolge und technische Gebäudeausrüstung
Alina Kornas, Michael Haegele und Christian von Schwartz planen im Rahmen eines Generationenwechsels die Übernahme der inco Ingenieurbüro GmbH.
Das etablierte Unternehmen ist auf energieeffiziente technische Gebäudeausrüstung spezialisiert. Die neue Generation möchte den Betrieb strategisch weiterentwickeln und dabei unter anderem Digitalisierung, Building Information Modeling und agiles Projektmanagement stärker nutzen.
PrognoseWerk: Besucherzahlen mit Machine Learning vorhersagen
PrognoseWerk entwickelt eine Softwareplattform für Freizeiteinrichtungen.
Mithilfe von Machine Learning erstellt das System Besucherprognosen. Diese sollen Einrichtungen dabei unterstützen, Personal besser einzuplanen, Ressourcen effizient einzusetzen und Preise dynamisch an die Nachfrage anzupassen.
Pitch: Lennart Fanter
requAIre: IT-Prozesse intelligent strukturieren
Kira Frings und ihr Team arbeiten an einer KI-gestützten Software-as-a-Service-Lösung.
requAIre begleitet den IT-Demand-Prozess von der ersten Idee bis zur strukturierten Projektplanung. Ziel ist es, Abläufe zu standardisieren, Anforderungen besser zu erfassen und Projekte effizienter vorzubereiten.
Calilu: Digitale Gesundheitsunterstützung für Familien
Calilu entwickelt eine digitale Gesundheitsapp für Eltern.
Die Anwendung soll medizinische Ersteinschätzung mit der Organisation des Familienalltags verbinden. Perspektivisch ist die Erweiterung um zertifizierte Gesundheitsmodule vorgesehen.
Beim Battle of Ideas 2026 überzeugte Calilu außerdem mit seinem Messestand und erhielt gemeinsam mit Arcane Gossip den Publikumspreis.
LearnBattle: Lernen mit Gamification
Annika Latz und Dennis Koob gründeten die Lioverse UG und entwickeln mit LearnBattle eine digitale Lernplattform.
Die App und Webanwendung verwandeln Lerninhalte mithilfe von Gamification in interaktive Lernwelten. Ziel ist es, Lernprozesse motivierender und abwechslungsreicher zu gestalten.
recarbished: Fahrzeugdaten für die Kreislaufwirtschaft
Das Team von recarbished arbeitet an einer digitalen Plattform für die ökologische Rückverfolgung von Fahrzeugen.
Mithilfe von MRR-Zertifikaten sollen geschlossene Kreislaufmodelle im Automobilsektor unterstützt und ökologische Informationen entlang des Fahrzeuglebenszyklus besser nachvollziehbar gemacht werden.
SolutionPlus: Gesundheit eigenverantwortlich gestalten
SolutionPlus bietet psychologisch fundierte Seminare nach dem Ansatz des Project-Based Learning an.
Die Teilnehmer:innen sollen dadurch befähigt werden, ihre Gesundheit eigenverantwortlich, praxisnah und langfristig nachhaltig zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen konkrete Lern- und Handlungserfahrungen.
Lottina: Freizeitangebote für Familien bündeln
Anne Sophie und Jan Haveneth entwickeln mit Lottina eine KI-gestützte Plattform für Familien.
Freizeitangebote sollen zentral auffindbar und übersichtlich dargestellt werden. Gleichzeitig können Anbieter ihre Aktivitäten digital präsentieren und Familien gezielter erreichen.
Mit dem besten Pitch überzeugte Lottina das Publikum des Battle of Ideas 2026.
Systonaut: Komplexe Systeme verständlich machen
Systonaut, vertreten durch Malte Holch, überträgt systemische Methoden aus der Luft- und Raumfahrt in eine digitale Anwendung.
Eine Webapp mit integrierter Lernplattform soll dabei helfen, komplexe Systeme branchenübergreifend zu analysieren und verständlicher zu machen. So können Zusammenhänge und Abhängigkeiten besser erfasst werden.
MAXAEL Systems: KI-Infrastruktur für die Pflege
Sebastian Holländer entwickelt mit MAXAEL Systems eine KI-Infrastrukturplattform für die Pflegebranche.
Über eine datenschutzkonforme Schnittstelle stellt das System strukturierte FHIR-Daten aus lokal betriebenen Open-Source-KI-Anwendungen bereit. Ziel ist es, digitale Anwendungen in der Pflege sicherer und besser miteinander nutzbar zu machen.
Nach den Pitches folgten intensive Gespräche
Nach dem Voting wechselten die Gäste von der Bühne in den Ausstellungsbereich. An den Messeständen konnten sie die Konzepte vertiefen, Fragen stellen und direktes Feedback geben.
Dabei ging es nicht nur um klassisches Netzwerken. Die Gespräche boten den Teams konkrete Anregungen für ihre nächsten Entwicklungsschritte. Gründer:innen, Unterstützer:innen und Interessierte diskutierten über Geschäftsmodelle, Kooperationen und mögliche Weiterentwicklungen.
Warum die Ideenskizze ein wichtiger erster Schritt ist
Eine Gründung beginnt nicht zwangsläufig mit einem vollständig ausgearbeiteten Businessplan. Häufig steht am Anfang zunächst eine Idee, die ausprobiert, hinterfragt und weiterentwickelt werden muss.
Das Battle of Ideas schafft genau dafür einen geeigneten Rahmen. Die Teilnehmer:innen erhalten die Möglichkeit, ihre Vorhaben sichtbar zu machen, erste Reaktionen zu sammeln und wertvolle Kontakte zu knüpfen.
AC² begleitet diesen Prozess anschließend mit weiteren Angeboten wie Mentoring, Workshops, Beratung und Netzwerkveranstaltungen. Die Kategorien Businessplan sowie Pitch+PitchDeck laufen im Wettbewerb weiter. In den Hauptkategorien sind Preisgelder von bis zu 5.000 Euro möglich.
Ein Abend, der Unternehmergeist sichtbar macht
Das Battle of Ideas 2026 hat gezeigt, wie vielfältig die Gründungsideen in der Region Aachen sind. Die zehn Teams präsentierten Lösungen aus den Bereichen Unternehmensnachfolge, künstliche Intelligenz, Gesundheit, Bildung, Freizeit, Mobilität, Pflege und Nachhaltigkeit.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Geschäftsmodelle, sondern auch die Menschen, die den Mut hatten, ihre Ideen öffentlich vorzustellen. Genau diese Bereitschaft, sichtbar zu werden und Feedback anzunehmen, macht den ersten Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Gründung aus.
Ein großer Dank gilt allen teilnehmenden Teams, Gästen, Moderator:innen, Helfer:innen, Partner:innen und Unterstützer:innen, die den Abend ermöglicht haben. Die Veranstaltung wurde vom Team der GründerRegion Aachen organisiert. Die Fotos stammen von Rosa Engel und Patrick Engel; moderiert wurde der Abend von Magdalena Gorecki.