Am 8. September 2026 wurde das Gründungszentrum der FH Aachen zum Treffpunkt für Start-ups, Investor:innen, Business Angels, Unternehmen und weitere Akteur:innen des regionalen Gründungsökosystems. Zwölf Start-ups, 40 Messestände, 300 Gäste und ein inspirierender Abend voller Unternehmensspirit.
Bei der vierten Ausgabe von AC² Start & Scale präsentierten zwölf Start-ups aus der Wirtschaftsregion Aachen ihre Geschäftsmodelle, Technologien und Lösungen. Das Publikum erwartete ein Bühnenprogramm mit Live-Pitches, Gesprächen über Gründung, Finanzierung und Wachstum sowie zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.
Die Themen der Teams reichten von Künstlicher Intelligenz und Energie über digitale Gesundheitslösungen und industrielle Anwendungen bis hin zu nachhaltigem Konsum, digitaler Wärmeplanung und neuen Formen des Musizierens.
Unterstützung für Gründende und Unternehmen im Wachstum
Die FH Aachen University of Applied Sciences begrüßte die Gäste gemeinsam mit dem Gründungszentrum FH Aachen. Dr.-Ing. Johannes Alexander König, Geschäftsführer des Gründungszentrums der FH Aachen, eröffnete den Abend und übergab anschließend an Prof. Dr. Thomas Ritz, Rektor der FH Aachen.
Prof. Dr. Ritz begrüßte die Gäste im Namen der Hochschule und stellte die Möglichkeiten vor, die Gründungsinteressierte und junge Unternehmen an der FH Aachen nutzen können.
Im anschließenden Gespräch „Start-ups und Unternehmen gründen in Aachen“ ging es um die Unterstützungsangebote und Ressourcen für Gründende, Start-ups und Unternehmen im Wachstum. Auf der Bühne diskutierten Christian Laudenberg, Geschäftsführer der GründerRegion GmbH, Iris Wilhelmi, Geschäftsführerin des digitalHUB Aachen e. V., Sven Pennings, Geschäftsführer der AGIT MBH, sowie Dieter Begass, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa der Stadt Aachen, gemeinsam mit Moderatorin Magdalena Gorecki.
Der Talk machte deutlich: In Aachen und der gesamten Wirtschaftsregion finden Gründer:innen ein starkes Netzwerk aus Beratung, Förderung und praktischer Unterstützung. In der GründerRegion Aachen bündeln 15 Trägerinstitutionen ihre Kräfte – unter anderem im AC² Wettbewerb.
Finanzierung und der Weg zum Scale-up
Auch Finanzierung und Wachstum standen im Mittelpunkt des Abends. Die NRW.BANK und der TVF | TechVision Fonds unterstützten AC² Start & Scale 2026 als Sponsor:innen und machten damit die Bedeutung verlässlicher Finanzierungspartner im regionalen Start-up-Ökosystem sichtbar.
Im Gespräch „Vom Start-up zum Scale-up“ gaben David Rahn, Projektmanager Frühphasenfinanzierung bei der NRW.BANK, und Dr. Lars Diehl-Gussen, Senior Investment Manager beim TechVision Fonds, Einblicke in die Begleitung junger Unternehmen und Spin-offs.
Dabei ging es unter anderem um Frühphasenfinanzierung, universitäre Ausgründungen, Investor:innenansprache und die Frage, was Start-ups benötigen, um nachhaltig zu wachsen und sich zu erfolgreichen Scale-ups weiterzuentwickeln.
Zwölf Pitchteams und ihre Geschäftsmodelle
Im Anschluss gehörte die Bühne den zwölf Pitchteams. Jedes Team hatte zwei Minuten Zeit, sein Geschäftsmodell vorzustellen – ohne Präsentationsfolien und ohne größere Gegenstände. So standen die Gründer:innen, ihre Lösungen und die Herausforderungen, die sie bearbeiten, im Mittelpunkt.
LOMARTEC GmbH: Energiespeicherung neu gedacht
Dr. Helmut Schäuble stellte die LOMARTEC GmbH vor. Das Unternehmen arbeitet an Lösungen für zentrale Herausforderungen des Energiemarktes, darunter zunehmende negative Strompreise, Energieverluste und Netzinstabilitäten.
Dafür kombiniert LOMARTEC kurz- und langfristige Energiespeicherung mit bis zu vier Speichertechnologien. So entstehen neue Möglichkeiten für Energiehandel und Netzmanagement.
Systonaut: Wissen vernetzen
Malte Holch präsentierte Systonaut. Die wissensbasierte Plattform richtet sich an produzierende Unternehmen und technische Dienstleister.
Systonaut verbindet Wissen, Prozesse und Produktinformationen in einem zentralen Systemmodell. Dadurch werden Zusammenhänge sichtbar und Informationen sowohl für Menschen als auch für Künstliche Intelligenz besser nutzbar.
MAXAEL Systems UG: Intelligente Pflegesoftware
Sebastian Holländer stellte MAXAEL Systems vor. Das Unternehmen entwickelt intelligente Infrastruktur für Anbieter:innen von Pflegesoftware.
Die Technologie verarbeitet unstrukturierte Informationen aus dem Pflegealltag und erstellt daraus strukturierte Datensätze für die Pflegedokumentation. Die Lösung unterstützt Pflegefachkräfte, ersetzt jedoch nicht deren Verantwortung. Die Datenverarbeitung erfolgt auf eigener Hardware in deutschen Rechenzentren.
Xsellerate: Einfacher verkaufen im Secondhand-Markt
Vanessa Müller präsentierte Xsellerate. Das Start-up entwickelt eine KI-gestützte Cross-Listing-App für den privaten Secondhand-Verkauf.
Aus wenigen Fotos erstellt die Anwendung passende Titel, Beschreibungen und Kategorien für verschiedene Marktplätze. Wird ein Artikel verkauft, wird er automatisch von den übrigen Plattformen entfernt.
FCTRY CLD: KI-Infrastruktur für die Fabrik
Pierre Emanuel Kehl stellte FCTRY CLD vor. Das Unternehmen bringt Künstliche Intelligenz sicher und in Echtzeit direkt in die Produktion – ohne Cloud-Abhängigkeit.
Die Plattform verbindet Hardware, Software und MLOps und ermöglicht dadurch einen praxisnahen und skalierbaren Einsatz von KI in Fabriken.
VIVAM: Objektive KI-Unterstützung für die Psychiatrie
Jonathan Wirtz präsentierte VIVAM. Das Unternehmen entwickelt datenschutzfreundliche KI-Lösungen, mit denen psychische Zustände und Therapieverläufe messbarer und effizienter erfasst werden können.
Die Anwendungen GUIDE und AIDEN richten sich an Praxen, Ambulanzen und Anbieter:innen psychiatrischer Gesundheitsversorgung. Die Datenverarbeitung erfolgt lokal und ohne Cloud-Abhängigkeit.
RemoteSolar GmbH: Solarenergie für alle Haushalte
Michael Schmitz stellte die RemoteSolar GmbH vor. Das Unternehmen ermöglicht Haushalten eine verlässliche Stromversorgung über frei konfigurierbare Freiflächen-Solaranlagen mit Batteriespeicher.
Kund:innen beteiligen sich an einer Solaranlage und zahlen nur die anfallenden Gestehungskosten. Über die RemoteCloud und eine Freundesliste lässt sich Energie außerdem mit anderen teilen.
HeatVision: Digitale Wärmeplanung
Vassily Aliseyko präsentierte HeatVision. Das Unternehmen entwickelt eine digitale Webanwendung für indikative Wärmeplanung und Beratung.
Das Tool unterstützt Stadtwerke, die Wohnungswirtschaft und Energieberater:innen dabei, verschiedene Quartiers- und Objektlösungen schnell zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
ammonite instruments: Musik neu verstehen
Rico Akano stellte ammonite instruments vor. Das Unternehmen entwickelt ein neuartiges Musikinstrument mit einer besonderen Anordnung der Töne.
Das Konzept soll Musiktheorie intuitiver verständlich machen und Anfänger:innen sowie erfahrenen Musiker:innen neue Möglichkeiten zum Musizieren und Komponieren eröffnen.
Cynrise: Smarte Energielösungen für Immobilien
Konrad Beukenberg präsentierte Cynrise. Das Aachener PropTech entwickelt eine Hardware- und Softwarelösung für intelligentes Energie- und Smart-Home-Management.
Mit dem KI-gestützten Cube lassen sich Energieflüsse in Echtzeit analysieren und optimieren. Cynrise bereitet mit der Lösung den Markteintritt vor.
shape Process Intelligence: Prozesse im Mittelstand verstehen
Dino Hardjusowito stellte shape Process Intelligence vor. Das Unternehmen unterstützt produzierende kleine und mittlere Unternehmen dabei, Optimierungspotenziale in ihren Prozessen zu erkennen.
Mit einem Plug-and-Use-Ansatz analysiert die Lösung Produktionsprozesse ohne aufwändige Datenprojekte und lässt sich direkt in bestehende ERP-Systeme integrieren.
aiXopt: Industrielle KI für die Produktion
Dr. Tim Reuscher präsentierte aiXopt. Das Unternehmen entwickelt KI-Software zur Optimierung von Maschinen und Produktionsprozessen direkt auf der Maschinenebene.
Die Lösung verbessert Maschinenparameter datenbasiert und unterstützt Unternehmen dabei, Qualität, Durchsatz und Effizienz zu steigern.
Die neue AC² Wettbewerbsrunde 2026/27 ist eröffnet
Ein gemeinsamer Countdown auf der Bühne markierte den offiziellen Start der neuen AC² Wettbewerbsrunde 2026/27.
AC² richtet sich an Gründungsinteressierte, Start-ups, Selbstständige und Unternehmen im Wachstum aus der Wirtschaftsregion Aachen. Die Teilnehmer:innen erhalten über mehrere Monate individuelle Begleitung, Zugang zu Expert:innen und Mentor:innen, praxisnahe Impulse und die Möglichkeit, ihr Netzwerk gezielt auszubauen.
AC² ist mehr als ein Wettbewerb. Das Programm bietet Raum, um Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, unternehmerisches Wissen zu vertiefen und die nächsten Schritte gemeinsam mit erfahrenen Unterstützer:innen und einer starken Community zu gehen.
Die Anmeldung für die neue Wettbewerbsrunde ist ab sofort möglich:
Austausch in der Start-up Area
Nach den Live-Pitches bot die Start-up Area Raum für persönliche Gespräche und neue Kontakte. Gründer:innen, Investor:innen, Business Angels, Unternehmen, Institutionen und weitere Unterstützer:innen tauschten sich über Geschäftsmodelle, Kooperationen, Finanzierung und Wachstum aus.
Auch Start-ups und Scale-ups, die nicht auf der Bühne pitchten, konnten den Abend nutzen, um ihr Unternehmen sichtbar zu machen, Investor:innen kennenzulernen und ihr Netzwerk auszubauen.
AC² Start & Scale zeigte damit, wie wichtig persönliche Begegnungen für Gründung, Innovation und Wachstum sind. Der Abend machte sichtbar, welches unternehmerische und technologische Potenzial in der Wirtschaftsregion Aachen entsteht.
Danke an alle Beteiligten
Ein Event wie AC² Start & Scale entsteht nicht allein. Unser herzlicher Dank gilt allen zwölf Pitchteams, den Gästen, Teilnehmer:innen, Partner:innen, Sponsor:innen, Trägerinstitutionen und Unterstützer:innen, die den Abend mit Leben gefüllt haben.
Ein besonderer Dank geht an die NRW.BANK und den TVF | TechVision Fonds. Als Sponsor:innen von AC² Start & Scale 2026 haben sie einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit und Vernetzung junger Unternehmen geleistet.
Wir bedanken uns außerdem bei der FH Aachen und dem Gründungszentrum für die Gastfreundschaft und den Raum, in dem Gründung, Technologie und Austausch zusammenkommen konnten.
Unser Dank gilt ebenso den 15 Trägerinstitutionen der GründerRegion sowie den beteiligten Wirtschaftsförderungen, Hochschulen, Unternehmen, Netzwerken und Institutionen:
Sparkasse Aachen, Wirtschaftsförderung Kreis Euskirchen, AGIT MBH, IHK Aachen, Stadt Aachen, StädteRegion Aachen, Forschungszentrum Jülich, Kreis Düren, RWTH Innovation, Region Aachen Zweckverband, WFG für den Kreis Heinsberg, digitalHUB Aachen e. V., Gründungszentrum FH Aachen, S-UBG AG, Aachener Bank eG, Handwerkskammer Aachen, und NRW.BANK.
Und natürlich danken wir den vielen Helfer:innen im Hintergrund sowie dem gesamten Organisationsteam der GründerRegion Aachen. Danke an alle, die vor, während und nach der Veranstaltung für einen gelungenen Ablauf gesorgt haben:
Patrick Paulus, Irina Elfantel, Jannik Kortenbusch, Peter Kampmeier und Alina Iserlohn.
Die zwölf Pitchteams haben eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig, technologisch stark und zukunftsorientiert die Start-up-Landschaft in unserer Region ist.
Fotos: Patrick Engel
Moderation: Magdalena Gorecki